Orgels-Palm

Johann Joseph Palm

1801 – 1882
Husar, Militärinvalide, Orgeldreher

Etwa um 1815, die Franzosen hatten gerade Köln verlassen, beginnt Johann Joseph Palm eine Lehre als Vergolder und Lackierer: er tüncht fortan Gewölbe, Altäre und Gesimse, streicht Häuser und Schuppen, vergoldet und bessert Fresken aus. Im Herbst 1820 wird er zum Leib-Husarenregiment Nr. 1, den „Schwarzen Husaren“ nach Danzig eingezogen.

Verwundet kehrt er nach Köln zurück und erhält – anstelle einer Rente – als „Dank des Staates“ eine Orgeldreher-Konzession. Im weißverschnürten Waffenrock der „Schwarzen Husaren“ bot der „Neue“ ein imposantes Bild in Kölns Straßentreiben.

Als seine Frau Cäcilia stirbt, heiratet er als Witwer mit vier kleinen Kindern notgedrungen sehr schnell. Doch seine „Neue“, Sophia, wird den Palm’schen Pänz nicht nur eine gute Stiefmutter, sondern schenkt ihnen im Laufe der Jahre auch noch zwölf Geschwister. Zwischen 1848 und 1882 wechselt die Familie 15mal die Wohnung, achtmal innerhalb der Straße „Unter Krahnenbäumen“, als „UKB“ allen Kölnern ein Begriff. Tagaus, tagein wandert Palm mit seiner Orgel durch die Straßen der Kölner Altstadt, an bestimmten Tagen zieht es ihn hinüber nach Deutz, um auch dort den Klang seiner Orgel und seine Stimme ertönen zu lassen. Palm wird zur liebgewonnenen Einrichtung in der Stadt, er ist ein Stück Köln. Die Kinder laufen ihm nach, wenn er seine Runde dreht, die Erwachsenen wissen seine Darbietungen zu schätzen.