Fleuten-Arnöldche

Arnold Wenger

1836 – 1902
Straßenmusikant

Als Musiker hätte Arnold Wenger sicherlich Karriere machen können, denn er entlockte seiner Querflöte die herrlichsten Töne und Melodien. Doch der Filius des Weinwirtes Theo Wenger, wegen seiner Kleinwüchsigkeit nur Arnöldchen genannt, machte zwischen Kannen und Fässern schon früh Bekanntschaft mit geistigen Getränken, was später dazu führte, daß er von einem permanenten Durst geplagt war.

Der Beifall, der ihm in der elterlichen Gaststätte entgegenschlug, wenn er die Gäste mit seinem Flötenspiel unterhielt, brachte ihn auf die Idee, seinen Unterhalt mit der Musik zu bestreiten. Dabei zog er die Tätigkeit in einem Orchester oder einer Kapelle gar nicht erst in Erwägung. Vielmehr entschied er sich spontan, die Laufbahn eines Straßenmusikanten einzuschlagen. „Wat dä Palm met dä Orgel kann, maache ich met der Fleut!“, mag er sich gedacht haben. Und so begann der behäbige, untersetzte Bursche mit dem runden, rosigen Gesicht, der Stulpnase, den vergnügt und lustig zwinkernden Schlitzaugen seine Karriere auf Kölns Straßen.

Fleuten-Arnöldche, wie er bald genannt wurde, war immer mit sich und der Welt zufrieden. Er wurde zur kölnischen Volksfigur mit starken Anklängen an den mittelalterlichen Narren; kein Künstler, kein geistvoller Witzling, sondern eben „nur“ ein Kölner Original, dessen naive, beschränkte Lebensart das Gaudi aller hervorrief.